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Schwerhörigkeit

Ein Mensch ist schwerhörig, wenn seine Fähigkeit zu hören herabgesetzt ist. Eine Schwerhörigkeit erschwert somit Sprache, Musik und Geräusche zu hören und zu verstehen. Manche Personen sind von Geburt an gehörlos, schwerhörig oder werden es durch einen Hörverlust im Laufe Ihres Lebens.

 

Eine Schwerhörigkeit (Hörminderung) ist nicht so offensichtlich wie die Verschlechterung der Augen (Sehminderung). Über die Jahre büßen wir allgemein unser Gehör ein. Als Kind verfügen wir beispielsweise über das beste Gehör. Je älter wir werden, desto schlechter wird unser Gehör durch Abnutzung oder Verlust der Hörsinneszellen. Deshalb können hohe Töne nicht mehr richtig wahrgenommen werden und Betroffene können Konsonanten wie K, P, S, T und F nur schlecht voneinander unterscheiden oder gar nicht mehr verstehen. Diese Konsonanten sind aber sehr wichtig für das Sprachverständnis. Deshalb kann es vorkommen, dass Betroffene zwar hören, was gesagt wird, sie können es aber nicht verstehen.

Oft bemerken Freunde oder die Familie die Verschlechterung des Hörens als Erste. Sie müssen oft nachfragen oder wundern sich, dass der Fernseher sehr laut gestellt wird.

Warum realisiert man den Hörverlust beispielsweise erst später als einen Sehverlust?

Sehminderung

Bei einer Sehminderung stellen wir ab einem bestimmten Zeitpunkt fest, dass kleingeschriebene Texte schwer lesbar sind und wir z.B. die Karte im Restaurant schwer lesbar ist. Details werden nicht mehr erkannt. Diese Situation wird von vielen Betroffenen als störend registriert. Der Gang zum Augenarzt oder Optiker ist der nächste Schritt und in den meisten Fällen ist eine Brille zur Verbesserung des Sehvermögens die logische Konsequenz.

Hörminderung

Das Hörvermögen nimmt ebenso wie das Sehvermögen mit den Jahren oder akut ab, z.B. durch einem Hörsturz bedingt. In ruhiger Umgebung wird Vieles noch gut verstanden, obwohl bereits bestimmte Laute, wie z.B. Konsonanten K, P, S, T, F nicht mehr richtig wahrgenommen werden. Folglich versucht das Gehirn diese Lücken zu füllen.

Unterhaltungen mit und auch ohne Hintergrundgeräusche werden deshalb anstrengender.

Da bei einer Hörminderung vieles in ruhiger Umgebung noch verstanden wird, meiden Betroffene mit zunehmender Hörminderung unbewusst Gespräche und laute Umgebungen. Sie ziehen sich immer mehr zurück, anstatt eine Behandlung zu suchen und beispielsweise den Hörverlust mit einem Hörgerät auszugleichen. Das kann fatale Folgen haben.

Eine wiederhergestellte klare Kommunikation durch besseres Hören und Verstehen bedeutet einen entscheidenden Gewinn an Lebensqualität.

Arten

Schallwellen werden auf komplexe Weise durch das Außenohr; Mittelohr übertragen und im Innenohr verarbeitet. Eine Schädigung eines Gliedes dieser Kette kann direkt einen Hörverlust bewirken.

Ein Hörverlust wirkt sich auf die Lautstärke des Hörvermögens und auf die Tonqualität aus. Durch einen Hörverlust wird es schwieriger, Töne zu interpretieren und Gespräche zu verstehen, auch wenn beispielsweise die Lautstärke ausreichend ist.

 

Generell unterscheidet man zwischen einer Schallleitungsschwerhörigkeit (Störung der Schallübertragung) und einer Schallempfindungsschwerhörigkeit (Störung der Schallwahrnehmung).

 

Die Schallleitungsschwerhörigkeit wird durch ein Problem im Außen- oder im Mittelohr verursacht. Das kann zum zeitweiligen oder dauerhaften Hörverlust führen. Bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit sind leise und laute Töne schwieriger wahrzunehmen.

 

Die Schallempfindungsschwerhörigkeit wird durch eine Schädigung des Innenohres (z.B. Schädigungen an den winzigen Haarsinneszellen) oder des Hörnerves verursacht. Das führt meistens zu einer verringerten Hörfähigkeit. Bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit sind leise Töne oft schwieriger zu hören als laute, die aber häufig verzerrt und undeutlich klingen.

 

Eine kombinierte Schwerhörigkeit liegt vor, wenn eine Schallleitungs- und Schallempfindungsschwerhörigkeit gemeinsam vorliegen.

Ursachen

Der Hörverlust kann vor, während oder nach der Geburt erfolgen (prä-, peri-, postnatal) und kann durch viele Faktoren verursacht werden. Alter und Lärm sind die beiden häufigsten Ursachen, durch die das Innenohr betroffen ist.

 

Das Gehör nimmt als natürliche Folge des Alters ab. Dies geschieht in der Regel schleichend ab dem 30. Lebensjahr. Im Alter von 65 Jahren leidet mehr als die Hälfte der Bevölkerung an erheblicher Schwerhörigkeit oder Hörverlust.

Lärm ist ein weiterer häufiger Grund für einen Hörverlust. Die daraus resultierende Schwerhörigkeit gehört zu den Konsequenzen einer lauten Umwelt, sei es arbeitsbedingt oder durch Freizeitaktivitäten (z.B. Rockkonzerte) geschuldet. Beispielsweise führt der zunehmende Musikgenuss bei Jugendlichen und Erwachsenen von Smartphones mit Kopfhörern und zu hoher Lautstärke zu einem sehr hohen Hörverlustrisiko.

 

In den meisten Fällen kann eine Schwerhörigkeit, die im Innenohr entstanden ist, nicht durch eine medizinische Behandlung geheilt werden. Hier gibt es eine Vielzahl von Hörlösungen, beispielsweise Hörgeräte oder Implantate, die Abhilfe schaffen können. Eine Hörminderung kann auch durch das Außenohr und Mittelohr auftreten. Zu den häufigsten Problemen zählen Ohrenschmalzpfropfen, Entzündungen oder Verletzungen. Viele dieser Ursachen können medikamentös oder operativ behoben werden.

 

Eine Schwerhörigkeit kann zudem auch als Folge anderer Einflüsse auftreten, wie z.B.:

  • Krankheiten und Infektionen
  • Medikamente
  • Verletzungen am Ohr
  • Genetische Faktoren
  • Alkohol und Tabak
  • Gefäßerkrankungen, z.B. als Folge von Arteriosklerose, Diabetes, erhöhten Blutfetten oder akuten Durchblutungsstörungen (Hörsturz)

 

Das Informationsblatt Mögliche Ursachen für einen Hörverlust in der Infothek listet weitere Ursachen für einen Hörverlust bzw. für eine Schwerhörigkeit auf.

Schweregrade

Der Grad der Schwerhörigkeit lässt sich nach der World Health Organization (WHO) folgendermaßen einteilen.

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Leichtgradig

Eine leichtgradige (geringgradige) Schwerhörigkeit erschwert das Hören leiser Töne und das Verstehen von Gesprächen in lauten Umgebungen. Beispielsweise fällt es Personen mit einem geringgradigen Hörverlust schwer, kleine Kinder und sehr leise sprechende Personen zu verstehen. Sie fragen deshalb des Öfteren nach und bitten Ihren Gesprächspartner lauter zu sprechen.

 

Mittelgradig

Von 40-69 dB spricht man von einer mittelgradigen (mittelschweren) Hörminderung. Diese erschwert es Personen alle Vokale und Konsonanten und damit Sprache klar zu verstehen. Das erschwert Gespräche auch mit dem Einsatz von Hörgeräten. Oft werden auch Klingeltöne (Telefon, Tür) nicht mehr gehört.

 

Hochgradig

Bei einer hochgradigen Schwerhörigkeit liegen die leisesten Töne, die das Ohr wahrnehmen kann, bei 70-94 dB. Damit sind Gespräche ohne Hörgeräte nicht durchführbar. Für manche Personen reicht deshalb auch ein Hörgerät schließlich nicht mehr aus.

 

An Taubheit grenzender Hörverlust

Hörgeräte sind meistens für Personen mit einem an Taubheit grenzenden Hörverlust nicht mehr ausreichend. Nur noch sehr laute Geräusche, wie z.B. ein Flugzeug, sind hörbar. Das Lippenlesen oder die Gebärdensprache (Zeichensprache) wird beispielsweise von einigen Personen als Unterstützung genutzt. Ein Implantat, beispielsweise ein Cochlea-Implantat, kann hier weiterhelfen.

Folgen

Viele Betroffene bemerken die Anzeichen eines Hörverlusts sehr spät, da dieser sich oft schleichend einstellt. Beispielsweise wird der Fernseher Jahr für Jahr unbewusst lauter gestellt. Oft sind es auch Freunde oder die Familie selbst, die auf das Thema aufmerksam machen, wenn Betroffene öfters in einer Unterhaltung nachfragen oder dauerhaft sehr laut sprechen.

 

Wenn der Hörverlust nicht rechtzeitig erkannt wird, kann ein Teufelskreis der sozialen Isolation entstehen. Hören kann auch verlernt werden. Wenn der Hörverlust nicht ausgeglichen wird, verlernt das Gehirn das Hören. Hier hilft dann auch später kein Hörgerät mehr.

 

Soziale, körperliche und psychische Folgen können sich durch einen Hörverlust ergeben. Oft treten diese gemeinsam auf.

 

 

Psychische Folgen

Die psychischen Probleme können sich von Schamgefühl bis hin zu Depressionen erstrecken.

  • Traurigkeit, Depression
  • Angst
  • Unruhe
  • Misstrauen
  • Aggressivität
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Frustration
  • Unsicherheit
  • Antriebslosigkeit

 

Soziale Folgen

Die sozialen Folgen können sich von Verlust sozialer Kontakte bis hin zum Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben erstrecken.

  • Kommunikationseinschränkung
  • Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben
  • Verlust sozialer Kontakte
  • Probleme in der Partnerschaft
  • Aufgabe von Freizeitaktivitäten

 

Körperliche Folgen

Die körperlichen Folgen können sich von Kopfschmerzen bis hin zur Demenz erstrecken.

  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Kopf- und Muskelschmerzen
  • Stress
  • Bluthochdruck
  • Ess- und Schlafstörungen
  • Magenbeschwerden
  • Demenzerkrankung

 

Lassen Sie uns drei Folgen etwas genauer unter die Lupe nehmen:

Eingeschränkte räumliche Orientierung

Die räumliche Orientierung kann z.B. im Straßenverkehr stark abnehmen. Richtungen und Entfernungen werden schlecht eingeschätzt und Warnsignale können nicht gehört werden. Es besteht eine akustische Unsicherheit, die zu Unfällen führen kann.

 

Reduzierte geistige Leistungen

Hören verbraucht geistige Ressourcen. Hören wir schlecht, verbrauchen wir mehr Energie, weil wir uns stark konzentrieren müssen. Das strengt an! Diese Energie fehlt dann an anderer Stelle, z.B. dem Gedächtnis. So können Gesprächsinhalte oft nicht vollständig abgespeichert werden. Zudem reduziert ein eingeschränktes Sprachverstehen den aktiven Wortschatz. In der Folge werden deshalb bestimmte Gehirnregionen weniger stimuliert. Dies kann zu einem beschleunigten geistigen Abbau führen. Ebenso erhöht sich das Risiko einer Demenz.

 

Ermüdung und Hörstress

Lässt das Hörvermögen nach, werden nicht mehr alle Hörinformationen aus der Umwelt an das Gehirn weitergeleitet. Somit muss das Gehör diese kleinen Lücken füllen. Betroffene müssen sich mehr und mehr auf das konzentrieren, was gesagt wurde. Notfalls müssen Sie nachfragen.

Die Folge ist, dass Betroffene im Laufe des Tages viel schneller erschöpfen, weil sie sich mehr anstrengen müssen und deshalb mehr Energie verbrauchen. Müdigkeit und Erschöpfung sind eine unmittelbare Folge.

Das kann frustrierend und sehr anstrengend sein. Aber auch Gereiztheit und Schlaflosigkeit können sich einstellen. Das kann wiederum zu erhöhten Stress und zum Ausbruch von Krankheiten führen.

 

Je mehr akustische Details das Gehirn erhält, desto leichter kann Sprache und Lärm voneinander getrennt und wahrgenommen und Gesagtes verstanden werden. So kann sich das Gehirn leichter auf die Sprache fokussieren und einer Unterhaltung angenehm folgen.

Hier unterstützen Hörhilfsmittel, denn viele negative (Hör-) Erlebnisse können vermieden werden. Meistens verbessert sich das Hörvermögen durch die Nutzung eines Hörhilfsmittels sehr schnell.